Hamburg und Esslingen – rund 700 Kilometer liegen zwischen Armin Rachwalik, B14b, und Fabian Kühne, I99a. Ihr Mentoring läuft per Videochat bestens. Im Interview erzählen sie, wie sie die Distanz meistern und welche Vorteile sich auch ergeben.

Euer Mentoring läuft trotz der großen Entfernung prima. Fabian ist bei der Daimler AG als "Head of Third Party Business and China Controlling" sogar viel in China unterwegs. Armin lebt in Hamburg. Wie schafft Ihr es, Euch so konsequent zu organisieren?

Fabian: Die Entfernung ist aus meiner Sicht kein Thema, auch, wenn ein persönliches Treffen sicher noch folgen wird. Ich denke eher, dass wir durch unsere Kommunikation ein noch intensiveres Mentee-Mentoren-Verhältnis aufbauen konnten, da wir uns sehr gründlich auf die Treffen vorbereiten und die Denkanstöße anschließend bis zum nächsten Treffen nachbereiten. Die moderne Technik macht es möglich, das Mentorengespräch weltweit von jedem Ort zu führen.

Armin: Obwohl ich ein großer Fan von persönlichen Treffen bin, muss ich gestehen, dass das Mentoring auch über unsere monatlichen Skype-Telefonate gut verläuft. Wir haben uns dennoch vorgenommen, dass wir uns zumindest einmal persönlich treffen. Vielleicht ergibt es sich ja über das Programm, dafür eine Lounge im Business Club Hamburg zu mieten.

Wie strukturiert Ihr Eure Videochats?

Armin: Wir haben jeden Monat ein einstündiges Skype-Telefonat, das ich eigenständig vorbereite, meine Ziele und nächsten Schritte herausarbeite und essentielle Fragen notiere. In den Gesprächen mit Fabian hole ich mir gezielt den Input, den ich benötige, um meine nächsten Schritte für die nächsten vier Wochen zu planen und nachzubereiten. Dabei hilft es mir besonders, dass Fabian mit seiner Erfahrung im Management eine weitere Perspektive in die Entscheidungen einbringt. Mein Mentor ist dabei sehr motivierend und vor allem ehrlich, was eine perfekte Basis für unser Mentoring darstellt.

Fabian: Ich bereite mich vor unseren Gesprächen mittels meiner Notizen vor, welche Themen für Armin wichtig waren, was wir besprechen wollten und schaue auch gezielt, mit wen ich ihn aus meinem persönlichen Netzwerk in Kontakt bringen kann, der noch bessere Antworten oder Information geben kann. Im Rahmen des Gespräches gehe ich zudem auf seine Gedanken ein und versuche diese kritisch auf einen "fit" im Gesamtkontext zu hinterfragen. So kommen wir schnell in eine sehr gute Diskussion und die Zeit vergeht wie im Flug.

Wo liegen Eure Ziele?

Fabian: Mein Ziel ist es, Armin in seinen Fragen beratend zu Seite zu stehen und ihm bei wichtigen Entscheidungen mit meinen Erfahrungen und meinen Einschätzungen zu helfen, die für ihn beste Entscheidung zu treffen. Dabei ist mir vor allem wichtig, ihn ehrlich und transparent über meine Gedanken zu informieren. Die Entscheidung muss er aber am Ende alleine treffen. Daneben habe ich aber auch Armin als interessanten und smarten Menschen kennengerlernt, und freue mich auch schon auf die mögliche Zeit nach unserem Mentoring. Ich glaube, wir werden immer interessante Ideen haben, die wir gemeinsam diskutieren können.

 Armin: Mein Ziel ist es, zusammen mit Fabian einen Fünfjahresplan für mich aufzustellen, mit dem ich die richtigen Weichen für meine Zukunft stellen kann. Das beinhaltet sowohl die richtige Auswahl für meinen ersten Job, als auch den Zeitpunkt und die Wahl meines Masterstudiengangs. Mit Fabians Erfahrungen gelingt es mir, auch viele Meilensteine zu definieren, die für meinen Fünfjahresplan wichtig sind. Ich freue ich mich auch schon, über die Beratungszeit hinaus mit Fabian in Kontakt zu bleiben.

 Wie unterstützt Euch das Programm?

Armin: Das Programm hat mich bereits vor der eigentlichen Beratungsphase durch die perfekte Selektion des Ältestenrats der Nordakademiker gefördert.  Fabian und ich haben ähnliche Interessen und eine ähnliche Ausgangssituation nach unserer Nordakademie-Zeit. Ich profitiere deshalb nicht nur von der eigentlichen Beratung, sondern auch von Fabian als Vorbild für mich und meine weitere Zukunft. Während des Programms unterstützt mich Fabian vor allem mit der Erfahrung, die er in seiner Karriere und mit vorigen Mentees gesammelt hat. Als Mentor spricht er mir Mut zu und hilft mir, meine großen Ziele in kleine Meilensteine zu verwandeln. Dabei profitiere ich besonders davon, dass er mich erst seit kurzer Zeit kennt und deshalb noch unvoreingenommen das Mentoring durchführt. Auch der Abstand unserer Unternehmen hilft sehr, um ein Gespür für die Möglichkeiten eines jungen Akademikers zu bekommen und unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen.

Fabian: Das Programm hat mich in der Matchingphase unterstützt und gibt regelmäßig kurze Initiativen, die den Austausch mit Armin unterstützen. Herauszuheben ist aber auf jeden Fall das Matching. Mit Armin hat das Programm einen Mentee gefunden, der ähnliche Fragen hat, wie ich Sie mir gestellt habe und die ich mit meinem Wissen aus meinen Erfahrungen durch Impulse unterstützen kann.

Warum habt Ihr Euch für das Mentoring-Programm beworben?

Fabian: Ich habe im Rahmen meiner Karriere in wichtigen Entscheidungsphasen häufig durch den Austausch mit meinen Mentoren wichtige Hinweise und Denkanstöße bekommen. Daher wollte ich die Chance nutzen, diese Unterstützung nach meinen eigenen Erfahrungen auch den jüngeren Absolventen der Nordakademie anzubieten. Ergänzend hat mich natürlich auch der Austausch mit der heutigen Generation der Absolventen gereizt. Was bewegt die heutigen Absolventen, was ist ihnen im Hinblick auf die persönliche Weiterentwicklung und Karriere wichtig ist. Und mit Armin habe ich einen Mentee bekommen, bei dem jedes der Gespräche auch für mich sehr interessant ist und mir neue Denkanstöße gibt. In Summe sehe ich das Programm als Chance als Alumni der Nordakademie auch etwas zurückzugeben.

Armin: Nach meinem Auslandssemester habe ich mit Blick auf die bald endende Studienzeit festgestellt, dass ich in naher Zukunft wieder mal vor einer wegweisenden Entscheidung für mein Leben stehen werde. Umso mehr ich mich dann mit meiner Zukunft beschäftigt habe, desto mehr Fragen kamen mir in den Sinn: Wann ist der perfekte Zeitpunkt für ein Masterstudium?, Worauf achte ich bei meinem ersten Job? Als ich daraufhin die Einladung des Nordakademiker e.V. erhalten habe, war ich sehr erfreut und habe die Chance gerne genutzt, um einen Mentor zu finden, der mich bis dato nicht kannte und mich deshalb unvoreingenommen beraten konnte.

Warum empfehlt Ihr das Programm weiter?

Armin: Gerade für Studierende, die ihre Grenzen außerhalb ihres Ausbildungsunternehmens und ihres gegenwärtigen Studiums ausloten möchten, bietet das Programm eine perfekte Chance. Dabei hilft es sehr, in Kontakt mit jemandem zu stehen, der sich außerhalb des eigenen Unternehmens befindet und einen Mentee aus der Helikopterperspektive coachen und frische Ideen einbringen kann. Durch das gute Matching und das Nordakademiker-Netzwerk, hat man zudem das große Glück auf jemanden zu treffen, der vor einiger Zeit an genau derselben Stelle in seinem Leben stand. Es entsteht deshalb von Anfang an eine enge Bindung zwischen Mentee und Mentor, die sich im Laufe des Programms weiter vertieft.

Fabian: Das Programm ist eine tolle Möglichkeit, sich über Erfahrungen und Optionen nach dem Studium auszutauschen und dafür das gesamte Potential unserer Alumni Organisation zu nutzen. Das Matching hilft dabei jemanden zu finden, der auf der "gleichen Wellenlänge" liegt und auch Erfahrungen außerhalb des eigenen Ausbildungsbetriebs geben kann.

Das Mentoring-Programm wird fortgesetzt und geht 2018 in die nächste Runde. Die Bewerbungsfrist endet am 30. April 2018. Eingeladen sind interessierte Alumni sowie Bachelor-Studierende ab dem 5. Semester und Master-Studierende ab dem 1. Semester. Weitere Infos zum Programm gibt es HIER.